Sunny

                                                                                 Lichtenau im Mai 2005

Hallöle,

Mein Name ist Sunny und ich bin ein ganz nettes und hübsches 10jähriges Dackelmädele, findet Ihr nicht?! Und bevor jemand falsche Schlüsse zieht, ich soll nicht vermittelt werden:o).

Ich gehöre einer älteren Lady, die mir ein sehr schönes Leben bereitet hat. Wir sind z.B. jedes Jahr von November bis März auf Teneriffa gewesen, also mir kommt nix so schnell spanisch vor.

Leider ist mein Fraule derzeit für 3 Wochen auf Kur. Ein Tag vorher, erzählte der böse Onkel Tierarzt, dass ich Wasser in der Lunge hätte und mein Herz auch nicht mehr das Beste sei. Und es höchste Zeit wäre, mich auf Medikamente einzustellen.

Frauchen war eh in großer Not, an ihrem Kurort sind Hunde nicht gern gesehen nur notgedrungen geduldet, selber ist sie momentan gesundheitlich nicht ganz ok und dann ich auch noch mit meinem Problem.

Da hatten Frauchen, der böse Onkel Tierarzt und die Hunde- und Katzentante die da arbeitet eine, wie ich finde, ganz passable Idee. Ich sollte für die nächsten Wochen zu ihr ziehen. Gesagt getan. Die olle eingebildete Teneriffianische Windhundmogelpackung kannte ich ja schon. Unsere Wege haben sich schon oft gekreuzt. Die ist so eingebildet, das die mich gar nicht für voll nimmt. Aber auch gut, dann hab ich wenigstens meine Ruh.

Aber die Tante erzählte mir irgendwas von einem Kater. Kater ?!!!!

An meinem neuen Zuhause bekam ich erstmal ein Maulkörble umgeschnallt. Frechheit! Bin ich doch die Gutmütigkeit in Person. In der Wohnung sah ich ihn dann. Grau/weiß, meine Größe. Na, nett wie ich bin, wedelte ich ihn an. Was machte das dreiste Vieh?! Kam doch immer näher, mir wurde ganz anders und das Wedeln verging mir. Als mich dieser unverschämte Kerl auch noch mit Milimeterabstand komplett von vorn bis hinten abrüsselte, war es bei mir vorbei. Das sollte ne normale Katze sein?????

Inzwischen ist eine gute Woche vergangen. Die Medikamente schlagen gut an, ich fühl mich fast pudelwohl. Nur Mist das mich das Ersatzfraule gleich mal auf Diät gesetzt hat und bei der hilft nicht einmal mein tollster Dackelblick. Son Schei....!

Aber sonst ists Klasse. Geh die richtig großen Runden mit. Da ich so brav bin, darf ich frei laufen. Ersatzfraule ist begeistert, das ich ohne viel Anstrengung ihrerseits, ihr immer hinterher trapse. Das machen die eingebildeten Spanier wohl nicht so. Aber ganz so einfach will ichs ihr auch nicht machen. Ab und zu setz ich mein Dickkopf auch ganz gezielt ein.

Ansonsten hab ich schon ganz viele nette Hunde kennen gelernt. Sämtliche Hundebesitzer hab ich hier schon um den Finger gewickelt. Und mit dem Katerle spiel ich jetzt sogar ( noch lieber mit seinem Spielzeug). Auch gibts hier nen herrlich großen Garten, wo man sich prima wälzen kann. Und ich weis auch schon wo der Misthaufen ist, zwinker.

Was mir gar nicht gefällt, dass ich jetzt jeden Tag gleich zweimal zu dem bösen Onkel Tierarzt mit muss. Allerdings hab ich da ein eigenes Zimmer und wenn ich an der Eingangstür mit Schweinsgalopp losschiess, kann ich mir dort die Decke übern Kopf ziehen und keiner sieht mich. Prima!

Ansonsten freu ich mich trotz alledem, dass mein Frauchen bald wieder heimkommt. Das Ersatzfraule hat ihr versprochen, wenn sie es will, das ich mal für immer bei ihr wohnen darf, wenn ( was keiner hofft!!!!) meinem Fraule was passieren sollte. Ich glaub das ist ne gute Lösung für uns alle. Selbst der Teneriffianische Mogelpackungshund findet das gut. Denn wenn ich einziehe, kann die Hundetante definitiv nix mehr an Vierbeinern mit heimschleppen. Und der Windhund flüsterte mir, das ich da noch eine super Alternative bin ( wer weis was sonst noch kommt ).

So ihr Lieben, vielleicht kann ich ja auch irgendwann mal Euch um die Dackelpfote wickeln.

Lieben Gruß

Eure Sunny

PS von Fritzi: Mich fragt ja keiner, aber das Dackele find ich  
                       richtig stark-isn Hund für mich allein!!!!

                                                                         Lichtenau im Oktober 2006

Liebe Sunny,        

 

das erste Mal sah ich Dich, als Du 1995 im Alter von einem Jahr zur Pension ins hiesige Tierheim kamst und ich dort ehrenamtlich half. Es war nur eine kurze Begegnung. Trotzdem musst  Du damals schon einen ziemlichen Eindruck bei mir hinterlassen haben (vielleicht mit Deinem frechen Irokesen :o) ), da ich mich noch genau daran erinnern kann.

Unsere Wege kreuzten sich die letzten 11 Jahre immer wieder, egal ob bei mir auf Arbeit, zum Fäden ziehen bei Dir und Deinem Frauchen daheim, oder in der Hundepension. Schon dort waren wir häufig zusammen spazieren und Du lerntest da schon die Teneriffianische Windhundmogelpackung, wie Du sie so schön nennst, kennen.

Tapfer hast Du Dich dort schon physiotherapeutisch von mir behandeln lassen, bis Du dann ab Mai 2005 immer mal wieder bei uns einzogst.

Welch schöne Zeit haben wir geniessen dürfen. Auf unseren täglichen Spaziergängen hast Du jede Menge neue Hundekumpel kennengelernt und erst die Dosenöffner dazu! Kaum einer konnte Deinem Charme widerstehen und ich hatte manchmal viel Mühe, die Leute davon abzuhalten, Dich zu „mästen“.

Vor allem wenn Du Sina und mich Freitagabends zum Kegeln begleitet hast. Alle wollten gerecht sein und Dir genauso viel Leckerchen wie Sina geben, nur Sina fragte sich oft, was daran wohl gerecht war, schließlich ist sie viel größer als Du und die Leckerchen für sie waren genauso klein wie Deine :o).

Auch an zwei Treffen mit unseren Podencofreunden warst Du dabei. Wir haben das Zelten richtig genossen und so manch eingeschworener Podencoliebhaber wurde durch Dich zum absoluten Dackelfan.

Und nun lebst Du schon seit einer Woche in Kanada. Kannst Dein Bäuchlein in die Sonne des Indian Summers strecken und wir vermissen Dich wie verrückt. Fritzi der am liebsten mit Dir Fanger spielte, sogar Sina die doch gerade in letzter Zeit mit Dir zum Dream Team wurde, wenn es darum ging, das einer von Euch mich ablenkte, während der andere sich schnell eine Maus fing. Ich vermisse es, Dich in meiner kleinen Wohnung zu suchen, um Dich dann im Katzenkratzbaum wieder zu finden, wie Du wohlgenüsslich auf dem Rücken durch unseren Garten mit Sina um die Wette gerobbt bist und sogar das ich Dich manchmal vom Komposthaufen „pflücken“ musste oder in den Garten zurückfangen, wenn Du Dein Dackelbäuchlein durchs kleinste Loch gezwängt hast.

Und wieviel Sorgen machten wir uns über Deine Flugreise, bis wir erfuhren wie gut Du selbige überstanden hast.

Aber ich finde es total Klasse für Dich, dass Du nun Deinen Lebensabend in Kanada verbringen kannst. Der Wunsch Deines Frauchens hat sich nun doch erfüllt. Du hast nun ständig Deine Familie um Dich, die Dich ganz arg lieb hat und sicher ab und zu auch mal von uns knuddelt :o).

Ich hoffe Du hast noch eine ganz lange, glückliche gemeinsame Zeit mit Deiner Familie und dafür wünschen wir Dir und Deiner Familie alles erdenklich Gute

Deine Annett (mit einem lachenden und einem weinenden Auge),

mit Sina und Fritzi

 

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